Fellpflege

Tipps zur Fellpflege des Cão da Serra de Aires

Gemäss Rassestandard sollte der Cao da Serra de Aires keine Unterwolle haben. Das ist eine Illusion! Jeder langhaarige Hirtenhund hat Unterwolle, der eine viel, der andere weniger. Das hängt von der Veranlagung und zusätzlich vom Klima und der Jahreszeit ab.

Die Qualität des Deckhaars und die Quantität der Unterwolle spielt eine entscheidende Rolle, wie intensiv das Fell gepflegt werden muss.

FellpflegesetTipps zur Fellpflege

  • Man arbeitet sich mit Kamm oder Drahtbürste immer von den Haarspitzen bis zur Haut vor. Macht man das in Längs- oder Querbahnen, geht es schmerzfrei für den Hund.
  • Mit dem Kamm lockern, dann Wolle mit der Drahtbürste auskämmen, bis auf der Haut kein Filz mehr ist. So bekommt man die abgestorbene Wolle heraus, das Fell wird luftig und sauber.
  • Hartnäckige Knoten kann man mit dem „Zinkenkamm“ herauslösen. Für Filzplatten nimmt man den „Schneidekamm* (immer von aussen nach innen und Haare am Ansatz festhalten).
  • Besonders in der Schenkel-, Hals- und Achselinnenseite braucht es viel Fingerspitzengefühl, dort und hinter den Ohren bilden sich schnell hartnäckige Filzstellen.
  • Backen, Schnauze und Oberkopf bearbeitet man am besten mit einem feinen Kamm und einer kleinen Bürste.
  • Wenn die Haare die Augen verdecken, dünnt man sie mit dem „Zinkenkamm“ Strähne um Strähne aus. Wem die hellen Haare über den Augen gefallen, verschont dabei die hellen Punkte, diese werden nur ausgekämmt.
  • Zuletzt noch einmal den ganzen Hund gut durchbürsten, damit sich die losen Haare nicht sofort wieder verfilzen. Nimmt man sich die Zeit und pflegt den Hund 2-3x in der Woche, hat man wenig Mühe mit dem Fell.

Ganz wichtig: Das Fell nicht scheren, sondern ausdünnen und kämmen!

Grund: Wenn das Fell kurz geschnitten oder geschoren wird, schneidet man damit nur das schützende Deckhaar ab. Damit geht der natürliche Schutz verloren. Es bleibt nur die stumpfe, feine Unterwolle zurück, die immer noch dicht auf der Haut sitzt, man kann sie kaum mehr ausdünnen und die Haut bleibt schlecht belüftet.

Rasseportrait

Der Cão da Serra de AiresGuru

Den „Cão da Serra de Aires“ gibt es als eigenen Typus erst seit 1932, erst weitere 25 Jahre später errang ein Vertreter auf einer portugiesischen Zuchtschau einen nationalen Titel. 1962 nahm man in der Schweiz den ersten Eintrag eines Importrüden vor, 1973 wurde ein Rüde mit nach Deutschland gebracht, der allerdings nicht registriert wurde, 1984 kam der erste „Serra de Aires“ nach Holland, vertreten ist die Rasse aber auch in Frankreich, Belgien, Schweden und Finnland.

Dieser interessante, anspruchslose und kaum bekannte Hund ist im Gebiet des Alentejo beheimatet. Er ist sehr intelligent, lernwillig und wendig, dadurch wurde er zum unersetzlichen Begleiter der Hirten.

Das Treiben und Hüten von Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden erfüllt er mit größter Hingabe, wobei sich hier durch die Arbeitsaufgaben bedingt, zwei Verhaltensweisen herausbildeten: Beim Weiterziehen der Herden hatten sie zu treiben, das wurde mit anhaltendem Gebell erreicht. Beim Weiden der Herden sollten sie lautlos umkreisen und zusammenhalten.

Charakter

Trotz seines Temperamentes und Arbeitseifers ist der „Cão“ sehr verspielt geblieben, so dass er sich gleichzeitig zum angenehmen Familienhund entwickelt hat, der allen dazugehörigen immer treu ergeben und immer fröhlich genug ist, um eine Einladung zum Spiel nie abzuschlagen.

Seine anfängliche Reserviertheit gegenüber Fremden und seine Wachsamkeit, lassen ihn durchaus zum guten Wächter für Haus und Hof werden, wobei er aber kein Kläffer ist. Intelligenz und Arbeitseifer befürworten heute seinen Einsatz beim Hundesport.

Um all die in jedem Welpen schlummernden positiven Eigenschaften dieser attraktiven Rasse wecken und entwickeln zu können, bedarf es in der Erziehung ein hohes Maß an Konsequenz verbunden mit viel Ruhe und Liebe.

Gesundheit

Durch den nachfolgenden Link finden Sie Informationen über die bei Hunden häufigsten Erbkrankheiten. Um die weitere Verbreitung derselben einzudämmen oder gar zu eliminieren, ist die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und züchterische Kompetenz gefordert. Hysterie und Verunsicherung hilft weder dem Tier, noch dem Besitzer.

Mit unserer sehr umfangreichen Datenbank über das Vorkommen von Epilepsie in der Rasse Caô da Serra de Aires, können wir Ahnentafeln von vielen bekannten Zuchtlinien bis über 30 Jahre zurück verfolgen. Ehrliche Züchter und Hundehalter haben uns bereitwillig erkrankte Tiere, bis zurück auf mehrere Generationen, gemeldet. Diese laufend nachgeführten Daten erlauben uns geeignete Verpaarungen zu planen, um der Wahrscheinlichkeit, gesunde Hunde zu züchten, bestmöglichst nach zu kommen.

Rassestandard

FCI – STANDARD Nr. 93/30.09.2015/D

Kann hier als pdf heruntergeladen werden.Cao

Ursprung:
Portugal

Verwendung:
Schäferhund zum Hüten und Bewachen des Viehs.

Klassifikation:
FCI-Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1 Schäferhunde
Ohne Arbeitsprüfung

Kurzer geschichtlicher Abriss:
Ein Schäferhund, der besonders im Alentejo zum Bewachsen und Füähren aller Herden (Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde, Schweine) dient. Ein asketischer und unempfindlicher Hund, der sich perfekt an die Temperatzur-Wechsel der Gegend angepasst hat und grosse Ausdauer für das Hüten der Herden über die langen Distanzen der Alentejo-Ebenen besitzt.

Allgemeines Erscheinungsbild:
Mittelgrosser Hund, mittellang, (sub-longilinear). Er ist aussergewähnlich intelligent und lebhaft, unempfindlich und besonnen, mit raumgreifenden Gangwer,. Langes Haar von ziegenartiger Struktur, ohne Unterwolle. Er hat ein affenähnliches Aussehen und Gehabe, weshalb man ihn in seiner Heimat auch als „Affenhund“ bezeichnet.

Wichtige Proportionen:
Die Länge des Körpers ist ungefähr 10% grösser als die Widerristhöhe. Die Brusttiefe beträgt wenioger als 50% der Höhe bis zum Widerrist. Die Länge des Fangs beträgt 2/3 Länge des Schädels. Der Schädel ist etwas länger als breit.

Verhalten / Charakter (Wesen):
Aussergewöhnlich intelligent und sehr lebhaft. Dem Hirten und der Herde treu ergeben, er kann etwas scheu gegenüber Fremden sein. Er ist wachsam in der Nacht. Heutzutage ist er auch ein ausgezeichneter Sport- und Wachhund. Man bevorzugt ihn wegen seiner geschickten Art, die Herden auf der Weide zusammenzuhalten und Ausreisser zurückzuholen. Er hat immer ein wachsames Auge für Raubtiere. Die Rasse ist ihrem Hirten und der Arbeit extrem ergeben. Die Arbeit wird mit Freude und Spass verrichtet.

Kopf:
Mittelgross (mesozephal), kräftig, breit, weder lang noch wuchtig.

Oberkopf:
Schädel: Tendenz zum Quadratischen, etwas länger als breit; die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang sind divergent. Der Schädel ist nach beiden Seiten gewölbt, in Querrichtung jedoch etwas stärker. Die Augenbrauenbögen treten nicht hervor. Die Stirnfurche ist bis zur Hälfte der Stirn ausgeprägt; der Schädel zwischen den Ohren ist fast flach mit auffälligem HInterhauptstachel.
Stopp: Gut ausgeprägt.

Gesichtsschädel:
Nasenschwamm: Gut ausgeprägt, etwas aufgebogen und mit grossen Nasenöffnungen, gerundet, zylindrisch und nahezu senkrecht abgestumpft, vorzugsweise schwarz, sie darf leberfarben bei den gelben und braunen Tieren sein, sollte aber immer dunkler als die Haarfarbe sein.
Fang: Kurz und misst 2/3 der Schädellänge; fast zylindrisch, die Breite steht in gutem Verhältnis zu seiner Länge und Form. Im Profil gerade oder etwas konkav.
Lefzen: Eng anliegend, nicht überdeckend, fast gerade, dünn, fest. Die Ränder haben die gleiche Farbe wie die Nase.
Kiefer / Zähne: Normal entwickelt, die Kiefer stehen sich genau gegenüber, komplettes Gebiss mit 42 kräftigen weissen Zähnen; Scherengebiss; Zangengebiss akzeptiert.
Augen: Mittlere Grösse, gerundet, vorzugsweise dunkle Farbe, darf aber Haselnuss oder Bernstein bei den braunen und gelben Tieren sein, nicht hervorstehend. Lebhafter Ausdruck, intelligent aber sanftmütig, waagrechte Lider, schwarz oder immer dunkler als die Haarfarbe, in Übereinstimmung mit dem Nasenschwamm.
Ohren: Hoch angesetzt, hängend und nicht gefaltet; dreieckig. Dünne und glatte Haut. Mittelgross, von gleicher Länge wie Breite (ungefähr 10 cm).

Hals:
Harmonischer Übergang zu Kopf und Körper, von mässiger Länge; gerade und leicht ansteigend, mässig dick mit kräftiger Muskulatur, ohne Wamme.

Körper:
Obere Profillinie: Gerade oder leicht abfallend.
Widerrist: Kräftig und harmonisch dem Hals und Rücken angepasst.
Rücken: Gerade oder leicht abfallend und lang; gut bemuskelt, fast doppelt so lang wie die Kruppe.
Lenden: Kurz und im Profil gesehen gewölbt, von vorne gesehen breit und gerundet, kräftig bemuskelt und gut in Rücken und Kruppe gefügt.
Kruppe: Leicht vorstehend und abfallend; eben; von mittlerer Länge und Breite, kräftige Muskulatur.
Brust: Bis zu den Ellbogen reichend, von mittlerer Breite und Tiefe, leicht gewölbte Rippen mit ovalem Brustkorb, zum Rücken zu abflachend, deutliche Vorbrust, breit, gut zurückgelegt und geräumig.
Untere Profillinie und Bauch: Ansteigend mit etwas aufgezogenem Bauch und leicht ansteigenden Flanken..

Rute:
Hoch angesetzt, spitz, bis zu den Sprunggelenken reichend, vom Ansatz her spitz zulaufend. Üppiges, langes Haar. In Ruhestellung fällt sie leicht gebogen und mit aufgebogener Spitze zwischen den Schenkeln herab, in der BEwegung verlängert sie entweder die Rückenlinie oder wird etwas gebogen über der Rückenlinie getragen, aber niemals eingerollt über dem Rücken..

Gliedmassen:
Vorderhand:
Allgemeines: Kräftig, von vorne und vond der Seite gesehen gerade und gut breit gestellt, der Abstand vom Widerrist zum Ellbogen ist etwas gerinder als vom Ellbogen zum Boden.
Schulter: Von mittlerer Länge, mit einem 45° Winkel, gut bemuskelt, das Schulterblatt liegt in einem 90° Winkel.
Oberarm: Kräftig und von mittlerer Länge, in einem 45° Winkel platziert, gut bemuskelt.
Ellbogen: Parallel, eng anliegend und mit einem 135° Oberarmknochen Radius
Unterarm: Lang, senkrecht und gut bemuskelt mit Knochen von mittlerer Stärke.
Vorderfusswurzelgelenk: Trocken und nicht vorstehend.
Vordermittelfuss: Von mittlerer Länge und mittlerer Stärke, weder schräg noch ganz senkrecht.
Vorderpfoten: Gerundet (nicht gespreizt), lang und mit geschlossenen und ausgeprägt gewölbten Zehen, kräftigen Krallen, schwarz oder dunkler als die Haarfarbe. Dicke und harte Ballen.

Hinterhand:
Allgemeines: Mittelere Breite, von hinten gesehen gerade, kräftig, den perfekten Eindruck von Kraft und Beweglichkeit erweckend.
Oberschenkel: Von mittlerer Länge und Breite, gut bemuskelt, der Hüft-Oberschenkelknochen Winkel beträgt ungefähr 105°.
Knie: Von hinten gesehen gerade, weder ein- noch ausgedreht. Der Oberschenkelknochen-Schienbein-Winkel beträgt ungefähr 130°.
Unterschenkel: Lang, leicht geneigt, gut bemuskelt, kräftige Knochen.
Sprunggelenk: Von mittlerer Breite, tief gesetzt, kräftig und trocken, der Schienbein-Sprungegelenk-Winkel beträgt ungefähr 120°.
Hintermittelfuss: Von mittlerer Länge und Dicke, aber kräftig, weder sehr schräg noch ganz senkrecht. DArf einfache oder doppelte Afterkrallen tragen.
Hinterpfoten: In allen Punkten identisch mit den Vorderpfoten.

Gangwerk:
Er läuft überwiegend in einem leichten, flüssigen und raumgreifenden Trab. Wenn die Arbeit es erfordert, energischer Gallopp..

Haut:
Dick, beweglich, nicht eng anliegend, innere und äussere Schleimhäute vorzugsweise pigmentiert.

Haarkleid:
Haar: Gerade oder wenig gewellt, lang, mit leicht harter STruktur, vorzugsweise ziegenartig, einen langen Bart, Schnurrbart und Augenbrauen formend, die aber nicht die Augen überdecken; dicht und gleichmässig über den Körper verteilt, auch zwischen den Zehen, Haar von mittlerer Stärke, ohne Unterwolle oder wolliges Haar, sehr langes Haar am Kopf, Körper und Gelenken, auch zwischen den Zehen.

Farbe: Gelb, Braun, Grau, Lohfarbe und Wolfsgrau, jeweils in heller mittlerer und dunkler Schattierung, sowie schwarz, mit mehr oder weniger starken rotbraunen Abzeichen aber nie mit weissen Flecken, ausgenommen ein kleiner weisser Brustfleck.

Grösse und Gewicht:
Rüden 45 – 55 cm, Hündinnen 42 – 52 cm
Gewicht Rüden und Hündinnen 17 – 27 kg

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die GEsundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

Schwere Fehler:
– Verhalten: Tiere, die Nervosität oder unausgegliechenes Verhalten zeigen.
– Kiefer: Falsche Zahnstellung, das Fehlen von 2 Prämolaren (ausser PM1)
– Stopp: Nicht ausgeprägt.
– Nase: Spitz
– Lefzen: Überdeckend oder hängend.
– Augen: Hell, klein schräg gestellt oder nicht rund.
– Ohren: Gefaltet oder rosenförmig.
– Vorbrust: Zu eng.
– Brust: Flach, flacher Brustkorb.
– Rückenlinie: Sattelrücken oder zu stark abfallend.
– Kruppe: Waagrecht oder zu stark abfallend.
– Unterlinie: Zu stark aufgezogen.
– Gliedmassen: Geneigte Vorder- oder Hinterfüsse, kuhhessig, Hinterhand darf nicht gerade sein.
– Rute: Tief angesetzt, kurz oder im Stand über den Rücken gerollt.
– Krallen: Weiss.
– Haar: Nicht rauh genug oder lang genug.
– Farbe: Zu grosser weisser Fleck auf der Brust, rotbraune Abzeichen nihct definiert.
– Gangwerk: Nicht flüssig genug, nicht ausgreifend, lose Ellbogen, zu engstehende Sprunggelenke.

Ausschliessende Fehler:
– Verhalten: Aggressiv oder übermässig ängstlich.
– Hunde, die deutliche physische Abhormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
– Allgemeines Erscheinungsbild: Lymphatisch, leichter Knochenbau. Schwere Abweichungen von den wichtigen Proportionen.
– Kopf: Schmal und lang.
– Schädel: Schmal, flach oder kugelförmig.
– Ohren: Tief angesetzt oder zu weit auseinander angesetzt, aufgerichtet oder halb aufgerichtet.
– Fang: Konvexes Profil.
– Kiefer: Rück- oder Vorbiss, das Fehlen von mehr als 2 Prämolaren (ausser PM1).
– Pigmentation: Das totale Fehlen von Pigment am Nasenschwamm, Augenlidern und Lefzen (Albino).
– Rute: Kupiert oder von Geburt an fehlend.
– Haar: Kurz, gelockt oder mit Unterwolle.
– Farbe: Weiss an den unteren Gliedmassen oder gescheckt. DAs Fehlen von rotbraunen Abzeichen bei braunen, grauen und schwarzen erwachsenen Hunden.
– Gangwerk: Humpelnd und schwerfällig oder mit schweren Abweichungen in der Vorderhand, gebrechlich.
– Grösse: Zu gross oder zu klein.

N.B.
– Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die scih vollständig im Hodensack befinden.
– Zur Zucht sollen ausschliesslich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.